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What's happening? (engl. "Was ist ein Happening?")

Robert Fleck schrieb und rief per Mail dazu auf, als Kuenstler das Land Oesterreich bzw. seine Kulturrepresentationen und -institutionen zu boykottieren. Seine Position kann Mensch auf der Folie seiner persoenlichen History verstehen & akzeptieren, wie auch die Position von Valie Export oder Elfriede Jelinek, die ebenfalls diese Haltung einnehmen und ihre Arbeit in Oesterreich stoppen.

Allerdings kommt hier eine Krux vor, die das Verhaetlnis von Kunst und Staat, von etablierter Hochkultur und klassischer Subkultur reaktionaer reproduziert. Kuenstlerinnen, deren einflussfeld bereits bestimmt ist, ziehen ihr symbolisches Kapital da ab, wo es moralisch nicht mehr zu vertreten ist. Die Punk-Strategie macht genau das Gegenteil, sie geht dahin, wo keiner hingeht.

Rueckzugsbekundungen funktionieren nur in der Ttop-down-Dialektik von: Kultur hier und alles andere da, und nur, weil ploetzlich das sozio-aesthetische Moment von kunst hervortritt. Gerade jetzt kaeme es darauf an, dahin zu gehen, wo sich - heroisch und nostalgisch gesehen - wie zu Zeiten des spanischen Buergerkriges die Front befindet. Soetwas wie "Kampf" scheint allerdings die falsche Metapher zu sein, um zu subsumieren, was man tun kann -> Artikulationen vor Ort! Die Demontageversuche von Haider im deutschen tv, dem groszen demokratischen bruder Oestereichs, muszten scheitern, weil niemand im Detail befragte, was das Programm der OeVP/FPOe ist. Ein ernstes Spiel mit seinen Materialien waere eine Moeglichkeit, anstatt die offiziellen antifaschistischen Anteile zu retten. Die Diagnose Elfriede Jelineks, die FPOoe und Haider propagierten eine "Geistesfeindlichkeit", kann in der Konkretisierung der Krise von 'Geist' in eine Realwirksamkeit transformiert werden.

Auf Opinion-Leader wie Andre Heller zu vertrauen, die eine Intelligenzija beschwoeren, nun doch wieder mit dem Volk zusammenzuarbeiten und den Zirkus beiseite zu lassen, waere ein Rueckfall ins gemuetliche Elitesystem, das sich seit 1990 in der BRD mit der allzugroszen Konzentration auf kollektiv-subjetivistische Technokunst staerkte und das in Oesterreich offenbar mit Blueten wie dem Staatskurator eine geradezu satirische Ausformung bekam.

Das Arbeiten von Menschen, die Kuenstler genannt werden, ist per se ein kontextgebundener, wobei der wichtigste Kontext momentan der Protest gegen neue Nazis in A ist - was vermutlich auch nur eine voruebergehend richtige Analyse ist. Die Frage "what's happening?" koennte durch Aktion zur Sprache gebracht werden, indem sie beantwortet und dabei subtiles nicht defizitaer behandelt wird.

© Matze Schmidt lebt in Kassel (Deutschland) und betreibt zur Zeit das Projekt 3000