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Denk mal!
Dr. Karl Lueger war 1897-1910 Bürgermeister von
Wien. Das offizielle Österreich pflegt das Bild des erfolgreichen und beliebten Kommunalpolitikers.
Dabei wollte selbst Kaiser Franz Joseph, dem man wohl keine Nähe zur sozialistischen Internationalen nachsagen konnte,
den Demagogen und Antisemiten Lueger verhindern.
Der "fesche Karl", wie er im Volksmund genannt wurde sprach von "den Reichen da oben", "dem Pöbel da unten", den "Ungläubigen" und "Fremden, die uns die Frauen, Wohnungen, Arbeit abnehmen". Lueger verlangte, die katholische Kirche müsse das christliche Volk "von den schmachvollen Fesseln der Judenknechtschaft" befreien. Sozialdemokraten erklärte er für arbeitsscheu.
Der deutsche Politologe Claus Leggewie thematisierte schon 1995 Parallelen zwischen Karl Lueger und Jörg Haider.
Nun gibt es eine private Initiative für die Umbenennung von Dr. Karl Lueger-Platz und Dr. Karl Lueger Ring. Momentane Kandidaten für diese Ehre sind Sigmund Freud, Wittgenstein und Alban Berg.
Ich persönlich favorisiere den berechtigen Einwand, dass es an der Zeit ist, eine bedeutende Frau zu ehren, z.B.
die Architektin und Widerstandskämpferin Margarete Schütte Lihotzky.
Anregungen dazu senden sie bitte an Gerald Krieghofer .
Wir halten sie selbstverständlich auf dem Laufenden.
Helmut Heiland am 14 März 2000
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