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Die Widerstandslesungen finden bereits seit 19.2. in der Botschaft der besorgten BürgerInnen am Ballhausplatz statt. Die AutorInnen haben bisher bei jeder Witterung gelesen: bei Regen, bei Schnee(sturm) etc. Und auch unter allen möglichen Bedingungen: mit Mikro, mit Megaphon, ohne Mikro - sogar, als der Soundbus in der Nähe stationiert war.

Nach einer zweiwöchigen Pause (bedingt dadurch, daß ich nicht in Wien war und el awadalla als Betriebsrätin wegen Kündigungen total im Einsatz war) finden die Widerstandslesungen nun ab Donnerstag ständig statt. Und zwar zweimal wöchentlich: Donnerstag und Samstag, jeweils von 17:00 bis 19:00. Das Thema der Widerstandslesungen ist bewußt frei (keine rechten, rassistischen oder sexistischen Inhalte, versteht sich!), denn Literatur ist Politik und Lesen ist Widerstand! Aber natürlich werden politische Inhalt mit Begeisterung aufgenommen!

Bisher haben bereits namhafte österreichische AutorInnen gelesen ­ die Widerstandslesungen könnten durchaus als eine Einführung in die zeitgenössische österreichische Literatur betrachtet werden. Wir werden sie deswegen weiter organisieren (wenn es sein muß auch vier Jahre lang!!!!), weil Literatur niemals unpolitisch ist, weil LiteratInnen, wie andere KünstlerInnen auch, sozusagen Seismographen einer Gesellschaft sind, weil sich namhafte LiteratInnen Österreichs besorgt und betroffen gegen eine Regierungsbeteiligung der FPÖ (die sogar von der EU als rechtsradikale Vereinigung eingestuft wurde) wenden. Weil sie ebenso besorgt und betroffen das tagespolitische Geschehen in diesem Land beobachten: die Umverteilung, die einen sozialen und kulturellen Kahlschlag nach sich ziehen wird. Und natürlich beobachten besonders die Autorinnen besorgt die restriktiven Maßnahmen, die im Bereich der Frauenpolitik vorgenommen werden. Der Kahlschlag hat bereits begonnen: in der Dokumentationsstelle für neuere Literatur mußten bereits fünf KollegInnen gekündigt werden, sie sind mit 1.7.2000 arbeitslos! Falls Euch Fälle von Schädigungen durch die Subventionspolitik dieser Regierung bekannt sind - egal in welchem Bereich, bitte meldet Sie: tra@literaturhaus.at Ich werde mithelfen, sie zu sammeln und die Infos zu verteilen ­ so weit wie nur irgendwie möglich!!!


WIDERSTANDSLESUNGEN in der Botschaft der besorgten BürgerInnen am Ballhausplatz

Donnerstag, 13.4.
17:00 bis 17:15   Christine Werner
17:15 bis 17:30   Johanna Vedral
17:30 bis 18:00   Evelyn Anna Steinthaler
18:00 bis 18:15   Elis
18:15 bis 19:00   Beppo Beyerl


Kontakt für AutorInnen, die lesen wollen, Personen und Institutionen, die mal einen Abend organisieren möchten, melden sich bis auf weiteres bei:

traude korosa
tra@literaturhaus.at
Tel. 52 620 44 54

Traude Korosa, 11. April 2000