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Wolfgang Schüssel lächelnd im Porsche mit Jörg Haider. Auf dem Beifahrersitz. Das Foto fanden auch die eher konservativen Zeitungen reif für eine kritische Glossierung. Das Bild ist mindestens so stark wie jenes, das einst ÖVP-Klubobmann Andreas Khol als Beweis für rot-blaue Absichten in die TV-Kamera hielt: Der damalige Innenminister und SPÖ-Vorsitz-Aspirant Karl Schlögl lässt sich in einem Kärntner Bierzelt hilflos lächelnd von einem grinsenden Haider den Kärntner-Rock umhängen. Eingewickelt von Haider. Mit Haider auf Spritztour ins Ungewisse. Schüssel hat sich vielleicht nicht besonders viel dabei gedacht. Dann hätte er nicht verstanden, worum es dem Rest Europas geht - auch denen, die gegen die Sanktionen sind. Viele Österreicher wollten nicht begreifen, "dass beim Kapitel Nationalsozialismus dem übrigen Europa jeder Humor abhanden kommt", schreibt der Österreich-Korrespondent der Süddeutschen. Auch Schüssel nicht? Wollte er gar eine Trotzgeste setzen - mitten in die "stille Diplomatie" um die Aufhebung der "Sanktionen" hinein? Nicht einmal eine Straßenkarte hat Schüssel in der Hand. Er weiß anscheinend auch so, wohin die Reise geht.
Kommentar von Hans Rauscher im Standard, 15. Juni 2000
Quelle: derStandard Archiv
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