2. November 1999 31. März 2003. Die popo.at-Redaktion hat nach mehr als drei Jahren unermüdlicher Öffentlichkeitsarbeit ihre Aktivitäten eingestellt. Die Domain steht zum Verkauf. (InteressentInnen bitte per Kontaktformular melden.)
Die Redaktion dankt Ihren Leserinnen und Lesern für Interesse, Kritik und Streitlust. Es war eine schöne, aber auch anstrengende, jedenfalls eine unvergessliche Zeit.
Auf Wiedersehen.
piefke 3000 um 09:41 Uhr.
Montag, 31. März 2003
Usurpatoren Auch die USA hatten sich seinerzeit durch Beitritt zu den Vereinten Nationen zur Einhaltung von deren Satzung verpflichtet, wonach ua das Monopol zur Ausübung militärischer Gewalt dem Sicherheitsrat zukommt. Der nunmehrige eigenmächtige Überfall auf ein fremdes Land zeigt bedauerlicherweise, dass in god's own country nicht die Macht des Gesetzes zählt, sondern das Recht des Stärkeren. Damit haben die USA aber nicht nur einem Diktator den Krieg erklärt - wie unser Staatsfunk durch die Schlagzeile "Krieg gegen Saddam" vorgaukeln will, und auch nicht nur einem einzelnen Land, sondern der gesamten, der Satzung der UNO verpflichteten Welt. Ich schätze mal, das wird sie teuer zu stehen kommen und fordere bereits jetzt ein Kriegsgericht für die Herren Bush, Blair, Aznar und deren verbündete warlords.
Gegen Geoge W. Bush ist Jörg Haider im übrigen nicht einmal ein Lercherlschas. Was irgendwie ein Glück ist.
Markus Petrowsky um 15:53 Uhr.
Freitag, 21. März 2003
Warum? Warum sind für uns PolitikerInnen oft nicht greif- und fassbar in ihren Reden und ihren Handlungen? Vielleicht weil sie glauben, sich hinter einer Fassade, einer Oberfläche bewegen zu müssen. Damit kein Fehler und kein Rückschritt passiert in der Strategie, die sie eigentlich verfolgen. Und vielleicht haben sie auch recht damit. Denn ganz im Sinne von Boris Groys sind möglicherweise nicht nur Medien sondern auch politische Handlungen verdächtig, hinter ihrer Oberfläche etwas anderes zu verbergen. Nur im Moment des Unerwarteten, des Rücktritts, öffnet sich manchmal die Oberfläche und lässt die eigentliche Person sprechen.
Warum klingt es für jedeN sonst so klar, was Robin Cook in seiner Rücktrittsrede anspricht? Warum wird es dann umso unverständlicher, dass ein Tony Blair einen Krieg in diesem Ausmass an Beteiligung unterstützt und nicht ebenfalls sein wahres Ziel preissgibt? Was dieses wahre Ziel ist, kann ich nicht sagen, aber bis vor kurzem hoffte ich, es wäre eine zweite UN-Resolution. Aber eben hier ist das Problem, das unsere Vorstellungen der eigentlichen Ziele der PolitikerInnen immer nur auf Verdacht bestehen.
Und vielleicht ist das wahrlich Erschreckende an der derzeitigen Situation eigentlich die bange Frage, was das Unentdeckte, das Verdächtige an der Politik von George W. Bush und der von ihm geführten U.S. amerikanischen Regierung ist. Gibt es da noch einen Verdacht? Oder handelt es sich nicht schon viel mehr um die eiserne Durchsetzung von Partikularinteressen, ganz im Stile einer Diktatur?
Mehr als Demonstrieren werden wir aber derzeit nicht machen können.
Wolfgang Zeglovits um 19:18 Uhr.
Mittwoch, 19. März 2003
Dein Freund und Businesspartner Die Fiktion von '1984' wird nicht nur alleine durch technische Machbarkeit, sondern auch durch kommerzielles Interesse und politischen Willen Realität.
Was ist jetzt mit der Opposition? Anscheinend verbreitet sich die Meinung, wonach wir derzeit keine Opposition im Lande haben, obwohl alles was aus den Nachrichten von der Regierung zu erfahren ist eigentlich ein Honiglecken sein sollte.
Wolfgang Zeglovits um 12:05 Uhr.
Montag, 10. März 2003
Abschied Liebe Leser ! Ich möchte mich heute verabschieden. Dies wird mein letztes Posting hier sein. Ich habe mich entschlossen, popo.at den Rücken zu kehren. Die Gründe dafür sind nicht relevant. Aber relevant wird es auch in Zukunft sein, dass es Seiten wie diese auch in Zukunft geben muss. Denn wir gehen schwierigen Zeiten entgegen – eine schwarzblaue Schandregierung wie die unsere wohl rückblickend noch das harmloseste sein, was uns widerfahren ist. Die UNO könnte in die Bedeutungslosigkeit verfallen, die USA auf dem Weg zur realen Weltherrschaft. Immer unbeschränktere Macht der Konzerne (Stichwort GATS), weitere Naturkatastrophen. Rechte, linke oder welche auch immer Regierungen die Ihrem Diktat folgen werden müssen. Viel zu tun jedenfalls, und viel aufzudecken, zu informieren, Widerstand zu leisten, Gegenkonzepte zu entwickeln (Stichwort Sozialforen). Die Zeit des Streitens muss vorbei sein, die Zeit des Handelns ist längst gekommen. In diesem Sinne: viel Glück und bis demnächst in einem anderen Theater !